Technische Daten der Glocken

große Glockemittlere Glockekleine Glocke
BezeichnungBetglockeKreuzglockeTaufglocke

Oberes Schriftband

WACHET UND BETETER IST UNSER FRIEDE
LASSET DIE KINDLEIN
ZU MIR KOMMEN +
Mantel VorderseiteTrinitätssymbol
3 verschlungene Kreise
Christusmonogramm
(chi-rho)
Taufsymbol
(Kreuz,Wasser,Fische)
Rückseite untenOBERAICHEN 1964OBERAICHEN 1964OBERAICHEN 1964
Durchmesser96,6 cm81,5 cm72,4 cm
Gewicht517 kg334 kg230 kg
Tona' = 440 Hzc'' = 523 Hzd'' = 587 Hz

Die Glocken der Friedenskirche

Tauf- und Kreuzglocke

 

Eine Turmbesteigung
(Quelle: Gemeindebrief Friedenskirche Aktuell Dezember 2017)


Leider ist der Kirchturm in Oberaichen nicht geeignet für eine öffentliche Turmbesteigung, zumal der Einstieg in den Turm etwas schwierig ist. Über eine Sprossenleiter, die zum Einstieg eingehängt werden muss, gelangt man durch ein verschließbares Sperrgitter auf den Turmboden. Dort ist man überrascht von dem großen Raum, der sich über einem auftut. Runde 30 Meter sind es bis zur Turmspitze. Man kommt allerdings über breite Stahltreppen und Betonplattformen relativ leicht bis zur Glockenstube. Dort wird es enger und man muss schon etwas beweglich sein und aufpassen, dass man nirgends den Kopf anstößt. In der Glockenstube hängen die drei Glocken übereinander. Die Betglocke ist die tiefste und hängt unten, sie hat ein Gewicht von 525 kg bei 96 cm Durchmesser und ist auf den Schlagton a‘ also 440 Hz gestimmt. Diese Glocke wird angeschlagen, um uns die Stunden anzuzeigen. Darüber hängt die mittlere Glocke, die Kreuzglocke, mit 340 kg und 82 cm Durchmesser. Sie ist auf den Ton c‘‘ gestimmt und ihr Schlag zeigt uns die Viertelstunden an. Als oberste hängt die kleinste Glocke, die Taufglocke, mit 240 kg und 73 cm Durchmesser, gestimmt auf d‘‘.

Die Landeskirche hat für alle Glockengeläute eine Läuteordnung erlassen, die das Läuten über das Jahr regelt. Alle drei Glocken zusammen bilden musikalisch das Tedeum-Motiv und rufen gemeinsam zu den Gottesdiensten am Sonntag, zu Trauungen und Feiertagen, läuten samstags um 18 Uhr den Sonntag ein und begrüßen an Silvester das Neue Jahr. An Werktagen wird um 7 Uhr, 12 Uhr und 19 Uhr die Betglocke geläutet. Die Uhr zeigt alle Viertelstunden und die vollen Stunden von morgens 7 Uhr bis um 22 Uhr durch Glockenschläge an.  Im Gottesdienst wird während des Vaterunsers die Betglocke und bei Taufen die Taufglocke geläutet.


Steht man vor den Glocken, ist die Aufschrift nur unvollständig zu entziffern. Auf der tiefsten Glocke kann man den Schriftzug „Oberaichen 1964“ erkennen. Laut Gutachterprotokoll haben den alle Glocken diesen Schriftzug. Aus den Unterlagen ist zu erkennen, dass die große Glocke die Inschrift „Wachet und betet“ trägt. Auf der Kreuzglocke findet man die Inschrift „Er ist unser Friede“ und auf der Taufglocke „Lasset die Kindlein zu mir kommen“.
Die Aussicht aus der Glockenstube ist wegen der Schalldämmung ziemlich beeinträchtigt. Nur wenige Sehschlitze erlauben einen Blick auf Oberaichen. Die Schalldämmung ist notwendig, um die Nachbarn, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen, nicht über Gebühr zu beschallen. Der Glockensachverständige der Landeskirche hat die Glocken für sehr gut und wohlklingend befunden. Zumal die Glockengießerfirma Gebr. Rinker aus Sinn im Jahr 1964 die Glocken optimal hergestellt und beim Guss bestes Material verwendet hat. Die Glockenbronze besteht aus 78% Kupfer und 21% Zinn bei 1% Fremdanteilen, was in der Glockenbranche als ideal angesehen wird.

Inzwischen ist es kurz vor 12 Uhr und Zeit, den Turm zu verlassen. Das Mittagsläuten sollte man lieber von außerhalb anhören. Die Kirchengemeinde prüft die Möglichkeit, Kirchturmführungen anzubieten Sollte dies irgendwann möglich sein, wäre es empfehlenswert, den Aufstieg einmal selbst mitzumachen.