Besuch bei Brüdern und Schwestern – unser neues Zuhause in Afrika

Zu einer Afrikareise gehört eine Safari (ganz rechts: Miriam Schulz)

Aber noch wichtiger: Begegnung mit den Menschen. Beim Seilspringen gibt es keine Sprachprobleme.

Die deutsche Delegation mit ihren Freunden aus Tansania

Auch 2013 fuhr wieder eine Jugend-Delegation des Kirchenbezirks zu unseren Partnern nach Tansania. Miriam Schulz aus unserer Gemeinde war dabei und berichtet:

Seit über 2 Monaten sind wir nun schon wieder in Deutschland zurück. Wir, das ist die Gruppe von sechs Jugendlichen und Matthias Gebhardt. Denn nachdem uns im letzten Jahr die Jugenddelegation der Rift-Valley-Diozöse aus Tansania besucht hatte, war im März endlich unser Gegenbesuch angesagt.

Ich bin oft gefragt worden „Erklär doch mal kurz, was ihr dort gemacht habt“. Da lag eigentlich schon der erste Fehler, denn „kurz“ kann man das nicht erklären. Für jeden Tag war ein abwechslungsreiches Programm mit vielen neuen Eindrücken geplant, die man über mehrere Stunden aufzählen könnte. Tansania liegt im Osten Afrikas und die Rift-Valley-Diozöse liegt dort wiederum sehr zentral in der Mitte.

Die ersten Eindrücke des Landes konnten wir aber noch als Touristen mit Stadtbummel und Besuch eines Handwerkermarktes in Arusha erleben. Natürlich war für den Weg nach Singida, unserer ersten Station in der Diozöse auch noch ein kurzer Safari-Abstecher in den Tarangire-Park mit seinen Löwen, Zebras und Elefanten eingeplant. Abends in der ersten Gemeinde angekommen wurden wir sofort herzlich begrüßt. Hatten einige zu Beginn der Reise noch mit leichten Ängsten zu kämpfen gehabt, so wurden diese durch die uns entgegengebrachte Liebe und Gastfreundschaft gänzlich ausgelöscht. Besonders prägend in diesen Tagen dort war für uns die Begegnung mit dem für uns verantwortlichen Gemeindeglied Deo, der eine Fröhlichkeit und Freude über unsere Anwesenheit an den Tag legte, die uns auch auf unserer restlichen Reise und noch hier in Deutschland weiter begleitete, uns beeindruckte und immer wieder zum Schmunzeln brachte.

 

Zwar fiel der Abschied dadurch umso schwerer, doch auch in Manyoni, wo sich unsere Hauptbleibe befand, erwarteten uns die Menschen freudig. Es war wundervoll in ein fremdes Land zu kommen, aber dennoch in bekannte Gesichte zu blicken, denn unsere Gäste vom letzten Jahr, einige ehemalige Teilnehmer und auch der Bischof waren extra gekommen um uns willkommen zu heißen. Mit ihnen hatten wir nach unseren Ausflügen in die Gemeinden mit gemeinsamen Gottesdiensten, Gesang, Schulbesichtigungen, dem Ausflug zum Wasserprojekt in Ntope, dem Missionseinsatz auf dem Markt und dem Einsatz in der Apotheke des Kilimatinde Hospitals die Möglichkeit der Begegnung und des Austausches – für uns das wichtigste überhaupt. Natürlich ist es schön sich alles ganz genau anzusehen, um sich ein Bild zu machen, aber erst mit den Geschichten und Erzählungen der Menschen, die wir getroffen haben –mit ihnen konnten wir uns über unser Leben und unsere Beziehung zu Gott austauschen und Fragen stellen – erst mit all dem wurde die Begegnung so richtig real und wir konnten in diese uns noch fremde Welt eintauchen.

 

Deshalb war auch die viertägige Gastfamilienphase ein absolutes Geschenk für uns. Denn dort waren wir nicht die weißen Gäste, die aus dem fernen und reichen Deutschland kamen um hier und da ein bisschen Geld dazulassen und fürstlich bewirtet zu werden. Im Gegenteil, wir wurden in die Familie aufgenommen, lebten, kochten, diskutierten und hatten Spaß miteinander. Dass wir mehrere 1000 km von zu Hause entfernt waren, war nicht zu spüren. Wir sind dort durch unseren Glauben zu einer Chocolate-Vanilla-Family zusammengewachsen und haben ein neues zu Hause gefunden. Das ist die allergrößte Erfahrung, die Gott uns schenken konnte.

Wir sind von Herzen dankbar für die Familien und all die Menschen, die uns auf unserem Weg durch Tansania begegnet sind und besonders für unsere Mama Elisabeth, die uns vom unsrer Ankunft in Arusha bis zu unsrer Heimreise in Dar Es Salaam begleitet, sich aufopferungsvoll um uns gekümmert und unsere Gruppe bereichert hat. Danke, dass wir all diese wundervollen Menschen kennenlernen und erfahren durften. Gott segne sie alle.

Miriam Schulz