"Württembergs wohltätige Weibsbilder" erzielen über 2500 Euro für Metzels

Geschichte wird lehrreich und unterhaltsam verpackt

Eine gut gefüllte Kirche

Pfarrer Keßler aus Metzels, Dr. Gerhard Raff, Pfarrerin Schmid

Gerhard Raff aus Degerloch ist ein mit Leib und Seele in unserer Landesgeschichte verwurzelter Historiker. Zeitungsleser kennen seine Artikel, in denen er bekannte und weniger bekannte geschichtliche Persönlichkeiten auf gut schwäbisch vorstellt. Als Buchautor ("Herr, schmeiß Hirn ra!") ist er der meistgelesene Dialektautor der Gegenwart, und sein mehrbändiges Werk "Hie gut Wirtemberg allewege!" wird als Standardwerk zur Württembergischen Geschichte angesehen.

Drei württembergische und eine thüringer Frau hatte sich Dr. Raff für seinen Benefizvortrag ausgesucht. Die erste Person, die er in den Mittelpunkt rückte, war Mechthild von der Pfalz, die schon als Kleinkind mit dem württembergischen Grafen verlobt wurde, und die später die Universität Tübingen gründen ließ. Sodann war die Rede von Franziska von Hohenheim. Sie war zuerst Maitresse, dann Ehefrau des württembergischen Herzogs Carl Eugen. Durch ihren Einfluss wandelte sich der Herzog vom Despoten zum verantwortungsvollen Landesvater. Ihre Güte und Großzügigkeit brachten ihr den Beinamen "der gute Engel Württembergs" ein. Die dritte der wohltätigen Weiber, auf die Raff einging, war Königin Katharina von Württemberg, von Geburt eine russische Prinzessin. Unter anderem geht das Katharinenhospital auf sie zurück. Humorvoll und anschaulich beleuchtete Raff das Leben dieser Frauen und sparte auch nicht an Seitenhieben auf die Politiker der heutigen Zeit. Da der Erlös des Abends für eine Thüringer Gemeinde bestimmt war, nahm Raff noch eine Frau von dort ins Programm: Elisabeth von Thüringen, bei den Katholiken als Heilige verehrt, aber auch bei den Protestanten hoch angesehen.

Pfarrer Keßler, der eigens für diese Veranstaltung aus Metzels angereist war, erläuterte dann, wie der Pfarrhof in Metzels aufgebaut ist, und wie der historische Backofen restauriert wird.

Zum Ausklang des Abends gab es original Thüringer Bratwürste und hausgemachtem Kartoffelsalat. Insgesamt erbrachte der Abend 2525 Euro für unsere Partner in Thüringen.