Ökumenisches Partnerschaftstreffen in Manosque 3.-6. Oktober 2019

Rastplatz Ponts de la Caille

Martin Weirnzierl, Bernard Mourou, Hans Stehle und Thierry Cazes

Es dämmerte noch, als wir uns am Donnerstag um 7:15 Uhr im Reisebus auf dem Weg zu unseren Freunden nach Manosque machten. Sich auflösende Morgennebel begleitete uns auf dem Weg durchs Gäu, ebenso die Andacht von Pfarrer Stehle, die mit dem Lied „Lobet den Herren“ endete. Bei der Fahrt durch die Schweiz entlang des Schweizer Juras verschwanden auch die letzten Nebel. Für die sonnige Mittagspause bot sich der Rastplatz Ponts de la Caille in den Savoyer Voralpen an. Weiter ging die Fahrt entlang den Naturparks Massif des Bauges und Chartreuse und an Grenoble vorbei. Nach Grenoble bogen wir in südlicher Richtung in die Landschaft der Trièves ein. Zuerst noch auf der Autobahn, dann auf eine kurvenreiche Départementstraße, die fast bis zur Autobahn bei Sisteron reicht. Unterwegs legten wir wieder Pause auf dem Ratsplatz Trièves ein, einige lobten dort die Pommes Frites. Mit dem Pass Croix haute 1176 m erreichten wir den höchsten Punkt unserer Reise. Sisteron liegt an der Durance, die dort durch ein Gebirgsmassiv durchgebrochen hat. Auf der einen Seite thront die Zitadelle, die auf den Montagnes de Lure sitz, auf der anderen Seite sieht man die ausgewaschen Kalkrippen des Baume Massivs. Die Stadt trägt auch den Beiname „Tor zur Provence“. Von da aus war es nicht mehr weit bis Manosque.

Nach mehr als 12 stündiger Fahrt wurden wir bei einem Apéritif im Gemeindesaal St Raymond von unseren Manosquer Freunden herzlichst empfangen.

Am nächsten Tag stand der Besuch von Aix-en-Provence auf dem Programm. Die Stadt ist geprägt von seiner Kathedrale Saint-Sauveur (12. bis 17. Jahrhundert, spätgotischem Portal, Baptisterium und Kreuzgang), Cours Mirabeau und Quartier Mazarin, sowie den ca. 130 Brunnen. Das gemeinsame Mittagessen in Aix war im Gemeindesaal der Eglise protestante unie du Pays d’Aix, das Gebäude war früher die Synagoge von Aix. Anschließend gab es einen Vortrag über die Geschichte der Synagoge und der Kirche, sowie über die Beziehungen zwischen Christen und Juden. Danach schloss sich ein Rundgang durch Stadt an. Das nächste Ziel die Weinprobe bei der Winzergenossenschaft „Cave des Vignerons de Pierrevert“.
Der Abend in Manosque bot ein sehr schönen Konzert mit dem Schülerorchester des PMH unter der Leitung von Frau Wolle, den Instrumentalisten des Conservatoire de Manosque und der Harmonie départementale des Alpes de Haute Provence in der der Kirche St Sauveur.

Am Samstag hatten wir Zeit uns in Manosque umzusehen. Am späten Vormittag gab es einen Empfang im Rathaus, bei dem besonders das Engagement der Kirchengemeinden für die Partnerschaft gewürdigt wurde.

Am Spätnachmittag waren wir zu einem Vortrag über den 1. Weltkrieg eingeladen. Vorgestellt wurde ein Schülerprojekt, das die Lebensgeschichte zweier junger Soldaten aus Manosque bzw. Echterdingen parallel betrachtete. Die Feldpostbriefe gingen jedem nahe, bis hin zur der Todesnachricht der beiden Soldaten. Es ein sehr nachdenkliches Projekt.
Um18:00 Uhr fand der ökumenische Gottesdienst in der Kirche St Saveur statt. Zugleich war es auch ein Gedenkgottesdienst für Wolfgang Wieland, einer der Mitbegründer und Motor der Partnerschaft auf katholischer Seite. Auf dem Altar standen vier Erinnerungskerzen für ihn, je eine von einer Kirchengemeinde. Pfarrer Weinzierl predigte über Lukas 17, 5-10.
Nach dem Gottesdienst hatten unsere Freunde wieder ein wunderbares Abendessen zum Abschied im Gemeindesaal St Raymond für uns zubereitet.
Mit dem Abschiedssegen am Sonntagmorgen in der protestantischen Kirche verabschiedeten wir unseren französischen Freunden und Gastgebern. Es war wie immer schön! Mercie bien!

Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch vom 30.04-03.2020 bei uns.