Nachruf Prof. Dr. Rudolf Brockhaus

Rudolf Brockhaus (2013)

Am 3. August 2017 ist Prof. Dr. Rudolf Brockhaus, im Beisein seiner Frau Lina, friedlich heimgegangen. Rudolf Brockhaus starb mit 84 Jahren an den Folgen einer schweren Demenzerkrankung in Wolfenbüttel.

Seine Familie und engsten Weggefährten sind froh und dankbar, dass sie Rudolf Brockhaus bis zuletzt auf seinem schweren Weg begleiten konnten. Dennoch fällt der Abschied von unserem Freund und Bruder in Christus schwer.

Über Rudolf Brockhaus wäre viel zu schreiben – sein Leben war ereignisreich und angefüllt mit vielen Aufgaben und manchen, besonderen Lebensstationen. Über dieses alles zu berichten, würde den Rahmen bei weitem sprengen. So wollen diese Zeilen nur ein kleines Puzzlestück dessen sein, was es zur Person Rudolf Brockhaus, seinem Leben und seinem Tun zusammenzutragen gäbe.

Rudolf Brockhaus wurde am 16. April 1933 in Plettenberg im Sauerland geboren. Als 6-Jähriger lebte er für ein Jahr in einem Kinderheim in der Schweiz, das seine Schwester Helene leitete. Im Erwachsenenalter heiratete er dann seine Frau Lina und die beiden gründeten eine Familie mit 4 Kindern – einem angenommenen und drei eigenen, in Wolfenbüttel bei Braunschweig.

Nach seinem Studium mit der Fachrichtung Maschinenbau und dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrttechnik in Darmstadt, kam Dr. Rudolf Brockhaus an das „Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ (DFLR) in Braunschweig, womit auch seine Professur für Regelungstechnik einherging und ein bis heute grundlegend relevantes Standardwerk der Flugregelung entstand.

In Wolfenbüttel lebte Prof. Dr. Rudolf Brockhaus mit seiner Familie dann insgesamt 35 Jahre lang. Nach seinem Ruhestand 1996 zog er gemeinsam mit seiner Frau Lina in die Provence wo die beiden sich mit Ihrem provenzalischen Landhaus „La Bironne“ über 20 Jahre einen neuen Lebensmittelpunkt schufen.

In der protestantischen Gemeinde von Manosque in Frankreich übernahmen Rudolf Brockhaus und seine Frau Lina recht schnell die musikalische Gestaltung der sonntäglichen Gottesdienste an Orgel und Flöte und waren auch im sonstigen Gemeindeleben sehr aktiv. Rudolf Brockhaus engagierte sich u.a. als Kirchenpfleger und später als Mitglied des dortigen Gemeindeleitungsgremiums.

Beiden war die aktive Pflege der bestehenden Partnerschaft zwischen der protestantischen Gemeinde Manosque und der Evangelischen Kirchengemeinde Leinfelden-Unteraichen enorm wichtig und dabei gerade auch deren Fortbestand. So kam es ab 2005 immer wieder zu Übernachtungen von Jugendlichen im Zelt auf dem Anwesen der „Bironne“ oder im Haus selbst, großartigen Gruppenspielen und beeindruckenden Begegnungen für teilweise bis zu 37 Jugendliche aus Leinfelden-Unteraichen und einigen Jugendlichen aus Manosque.

Die letzten sechs Lebensjahre verbrachte Prof. Dr. Rudolf Brockhaus mit den zunehmenden Hindernissen und persönlichem Leid seiner schweren Krankheit.

Der Hochzeitsspruch von Lina und Rudolf Brockhaus steht in Philipper 4,4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Ohne dies zuvor zu wissen, ist es dieser Vers aus der Bibel, der mich in meinen Gedanken an meinen Freund und Bruder in Christus, Rudolf Brockhaus, nicht mehr losgelassen hat und den ich stellvertretend, als letzten Gruß der Evangelischen Kirchengemeinde Leinfelden-Unteraichen, zur Trauerfeier am 11. August 2017 in Wolfenbüttel überbracht habe. Durch viele gemeinsame Stunden und Gespräche mit Rudolf, weiß ich, was er gelebt, geglaubt und gehofft hat und so glaube ich, dass seine Augen nun den sehen, der unser aller Hoffnung ist – Jesus Christus!

Tobias Schäuble, Diakon