Ein Abend voller Emotionen - Klezmer-Musik und jüdischer Humor

Die Gruppe Neschuwa in der Peter-und-Paul-Kirche

Zwei Studenten wollen vom Rabbi wissen, ob man beim Talmudstudium auch rauchen darf. Fragt der eine ganz brav: »Rabbi, ist’s erlaubt, beim Studium zu rauchen?« »Gott bewahre, wo denkst du hin!?« Fragt der andere Student: »Rabbi, darf man beim Rauchen auch im Talmud lesen?« »Ja, selbstverständlich! Das heißt gottesfürchtig sein, mein Lieber.« Matthias Helms, Sänger und Geiger, der Gruppe »Naschuwa« (hebräisch für Umkehr) erheiterte die ca. 100 Zuhörer, die an einem Freitagabend Anfang Oktober in die Peter-und-Paul-Kirche gekommen waren, zwischen den Musikstücken mit zahlreichen jüdischen Witzen und Anekdoten. In dem über zweistündigen Konzert überzeugte das Quartett (Thomas Damm – Gitarre, Rainer Ortner – Akkordeon, Knud Krautwig – Kontrabass) mit seiner großartigen Virtuosität. Das abwechslungsreiche Repertoire umfasst Klezmer-Musik (Instrumentalmusik), jiddische und hebräische Lieder, die einen weiten Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart spannen und oftmals Geschichten aus dem Alltag erzählen. Die Gruppe »Naschuwa« versteht es, zwischen Melancholie und Heiterkeit, Freude und Trauer zu wechseln. Was Musik an Gefühlen ausdrücken kann, wurde auch in Eigenkompositionen im Klezmer-Stil wie »A fajn mejdele« deutlich. Den Kanon »Hine ma tov uma na’im, shevet achim gam yachad« (Psalm 133,1) sang das Ensemble nach kurzer Einübung zusammen mit dem Publikum. Mit zwei Zugaben verabschiedeten sich die Musiker unter langanhaltendem Beifall.