Orgelreinigung in der Peter-und-Paul-Kirche

Ausgebaute Pfeifen

Die Pfeifen werden von Hand poliert

Ausgebaute Register-Metallpfeifen stehen in den Pfeifenstöcken stehen in den Pfeifenstöcken

Ausgebaute Register-Metallpfeifen

Deformierte Pfeife

Prospektpfeifen

Die Orgel in der Peter und Paul Kirche wurde als Opus 1018 in den Jahren 1990/91 von der Fa. Linck (Gingen a.d. Brenz) angefertigt. Erfahrungen aus dem Orgelbau zeigen, dass nach  ca. 20 Jahren eine gründliche Ausreinigung und Kontrolle sämtlicher Bauteile empfehlenswert ist.

Dazu müssen alle Pfeifen und Pfeifenstöcke ausgebaut, gereinigt und kontrolliert werden. Bei dieser Orgel mit 17 klingenden Registern – verteilt auf zwei Manuale -  sind es ca. 1000 Pfeifen. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die aufwändige mechanische Spieltraktur.

Die z.T. beträchtliche Staubansammlung beeinträchtigt u.a. die Klangentwicklung. Die Kontrolle und Erneuerung mechanisch stark beanspruchter Teile in den Klaviaturen, die Spielventile, Spannfedern und Pulpeten stellt neben der bloßen Ausreinigung einen wesentlichen Anteil dar.

Eine auf die Raumakustik bezogenen Nachintonation der klangerzeugenden Pfeifen ist ebenfalls ein unverzichtbarer Bestandteil einer solchen „Renovierung“. Dabei muss der Intonateur mit seinem geschulten Gehör sowohl auf die gleichmäßige Ansprache und Klangentwicklung innerhalb eines Registers als auch auf die ausgewogene Klangentwicklung unter den Registern achten. Die Orgelbauer sprechen von einem hohen Verschmelzungsgrad der Register untereinander. Die Obertonentwicklung der einzelnen Pfeifen ist von ganz besonderer Bedeutung, da der Klangcharakter ganz wesentlich von den Obertönen bestimmt wird. Eine deutliche Verbesserung in der Wahrnehmung der Obertöne entstand bereits durch die Entfernung des Filzbodens auf der Orgelempore. So ist es auch Aufgabe des Intonateurs, die Raumakustik mit einzubeziehen.

Die großen Prospektpfeifen des Register Prinzipal 8’ sind  nicht nur optisch, sondern vor allem akustisch  ein wesentlicher Bestandteil der Orgel. Dieses Register verleiht der Orgel die nötige Gravität. Leider haben sich einige wenige Pfeifen dieses Registers am Pfeifenfuß - bedingt durch deren Masse - leicht deformiert. Immerhin hat das große C des Prinzipals eine Masse von ca. 50 kg. (vergl. Bild)  Durch eine Verkürzung des Pfeifenfußes und einer korrigierten Lagerung wurden diese Mängel beseitigt. Da die Tonhöhe nicht von der Länge des Pfeifenfußes sondern nur  von der Länge der schwingenden Luftsäule abhängt, ändert sich dadurch die Tonhöhe nicht.

Wir dürfen uns also auf einen erneut strahlenden Klang der Orgel freuen und bedanken uns ganz herzlich bei den beteiligten Mitarbeitern der Orgelbaufirma Mühleisen und dem Orgelbausachverständigen Prof. Volker Lutz für die vielen wertvollen Hinweise im Vorfeld der Ausreinigung. Ein ganz besonderer Dank ergeht dabei an den Seniorchef der Fa. Mühleisen Herrn OBM Konrad Mühleisen.

Nach Beendigung der Reinigung gab es am 9. November 2014 ein Orgelkonzert mit Bezirkskantor Rechner.

Werner Klotz