Wahl aktuell (2013)

Am 1. Dezember war Wahltag. Hier können Sie nachlesen, wie der Tag verlief.

Der folgende Text stammt aus dem Jahr 2013 und befindet sich inzwischen im Archiv. Zur besseren Lesbarkeit wurde er dazu in chronologische Reihenfolge gebracht: von oben nach unten. Während des Wahltags wurde die Ticker-Reihenfolge verwendet, bei der der neueste Eintrag oben angesetzt wurde. Die aktuelle Berichterstattung von der KGR-Wahl war ein voller Erfolg für das Internet-Team: die Zugriffszahlen waren so hoch wie nie zuvor und danach.

 

 

Samstag: Die Spannung steigt. Fast ein Jahr lang haben sich die Wahlausschuss-Vorsitzenden auf dieses Wochenende vorbereitet. Ob alles glatt läuft? Das wird man erst am Sonntag abend wissen.

Samstag: Die Wahlkabinen und die Wahlurnen stehen schon bereit. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat sie kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im Gemeindezentrum Unteraichen wählt man in einem Nebenraum, denn während der Wahl finden auch der Gottesdienst, die Kinderkirche und der Seniorenadvent statt.
 

09.20 Uhr: In der Peter-und-Paul-Kirche läutet die Glocke den Advent ein. Pfarrer Weinzierl predigt über Gott und die Welt. Gott kommt in die Welt, Gott nähert sich dem Menschen.

10.30 Uhr: Nach dem Gottesdienst kommen die ersten Gemeindeglieder in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Die Wahlhelfer sind bereit. Jetzt geht's los.

11.10 Uhr: Auch der Pfarrer ist ein Gemeindeglied. Herr Weinzierl gibt seine Stimme ab.

11.40 Uhr: Auch in der Auferstehungskirche ist der Gottesdienst jetzt vorüber. Kurzzeitig bilden sich Warteschlangen bei der Überprüfung der Wahlberechtigung.

12.30 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt bisher bei ca. 10%

Genausowenig wie die Kirchengemeinderäte, die es heute zu wählen gilt, Sitzungsgeld bekommen, erhalten die Wahlhelfer eine Aufwandsentschädigung, wenn sie ihren Sonntag im Wahllokal verbringen. Die Bezahlung besteht aus Brezeln und Kaffee, Obst und Saft. Warum machen sie das? Ohne Ehrenamt gehe es eben in der Kirche nicht, sagt eine der Mitarbeiterinnen. Jeder könne sich hier irgendwo einbringen.

13.00 Uhr: Der Ansturm nach dem Gottesdienst vorbei. Wenn es ruhiger im Wahllokal ist, haben die Wahlhelfer Zeit, sich um die Briefwähler zu kümmern. Die Briefwahlumschläge werden geöffnet, der Wähler auf seine Wahlberechtigung überprüft, dann landet der Stimmzettel unbesehen in der Urne.

14.30 Uhr: Schichtwechsel im Wahllokal. Nach über 3,5 Stunden Dienst an Listen und Wahlurne kommt die ersehnte Ablösung. Doch für die erste Schicht ist noch nicht Feierabend, sondern nur Pause: um 18 Uhr sind alle wieder im Einsatz, wenn es ans Auszählen geht.

Der Begriff "Wahlhelfer" darf durchaus wörtlich verstanden werden. Manch Gemeindeglied kann vielleicht den Stimmzettel nicht selbst ausfüllen, weil Auge oder Hand nicht mehr so wollen, wie sie sollen. In diesem Fall kann man die Wahlhelfer um Assistenz bitten.

Bis Samstag sind 86 Umschläge zur Briefwahl im Pfarramt eingegangen, auch aus dem Ausland. Die Zahl der Briefwähler kann aber noch steigen, weil die Wähler ihre Stimmen nicht unbedingt mit der Post schicken müssen, sondern auch andere Personen mit dem Brieftransport beauftragen können. Um 18.00 Uhr werden deshalb ein letztes Mal die Briefkästen an den Pfarrhäusern in Kirchstraße und Lilienstraße überprüft.

18.00 Uhr: Wahlende! Jetzt geht es ans Auszählen.

18.10 Uhr: Die Mannschaft aus dem Unteraicher Wahllokal trifft ein und bringt die verschlossene Urne mit.

Im ersten Schritt werden die Stimmzettel nach Farbe sortiert: gelb für die Synodalwahl, rot für die Kirchengemeinderatswahl. Es enstehen Stapel von je 25 Stimmzettel. Gleichzeitig werden die Laptops hochgefahren, an denen nachher die Stimmen eingetragen werden.

18.30 Uhr: Betriebsam, aber nicht hektisch ist die Atmosphäre im Dietrich-Bonhoeffer-Haus bei der Auszählung. An jedem der sechs Zähltische arbeitet eine Gruppe von drei Wahlhelfern. Gemeinsam übertragen sie die Stimmenzahlen vom Stimmzettel in die Zähllisten am PC. Im Zweifelsfall wird der Stimmzettel den Wahlleitern vorgelegt, die dann entscheiden, wie der Stimmzettel zu behandeln ist.

Wann das vorläufige Ergebnis vorliegt, lässt sich noch nicht abschätzen, weil es dafür noch keine Erfahrungswerte gibt. Bei dieser Wahl wird erstmals mit PC-Unterstützung gezählt und summiert, wodurch alles sehr viel schneller gehen sollte. Bisher funktioniert alles. Im schlimmsten Fall könnte man sofort auf die bisherige Methode mit Papier und Stift zurückgreifen.

Klar ist, dass das Ergebis heute abend nur als "vorläufig" bezeichnet werden kann, weil sich an die Wahl eine Einspruchsfrist anschließt.

19.05 Uhr: An einem der sechs Zähltische ist man mit der Synodalwahl fertig und kann sich der Kirchengemeinderatswahl zuwenden.

Die Software zur Stimmenzählung stammt aus eigenem Haus. Von der Landeskirche gab es hierzu keine Unterstützung, also machte sich Rainer Hertrampf selbst ans Werk. Als pensionierter Informatik-Lehrer hatte er genügend Kenntnisse, um ein umfangreiches System von Excel-Blättern und -Dateien zu entwerfen. Das hat den Vorteil, dass die Berechnungen transparent und stets nachvollziehbar sind. Durch den Ausdruck jedes einzelnen Zählblatts kann auch später noch überprüft werden, ob alles korrekt gezählt wurde.

19.15 Uhr: Inzwischen sind alle Zähltische mit der KGR-Wahl beschäftigt. Für die Synodalwahl laufen die Abschlussarbeiten.

19.40 Uhr: Bei der Synodalwahl haben 563 Gemeindeglieder abgestimmt, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 18,3%. Bei der Kirchengemeinderatswahl wird die Wahlbeteiligung leicht höher sein.

20.00 Uhr: Nach zwei Stunden Arbeit am Stück unterbrechen manche Zählgruppen die Arbeit für eine Pizza-Pause.

20.40 Uhr: Alle Zähltische sind fertig, das vorläufige Endergebnis kommt demnächst.

21.00 Uhr: Der Ortswahlausschussvorsitzende Hartmut Mann verliest das mit Spannung erwartete vorläufige Ergebnis der Kirchengemeinderatswahl. Die 12 gewählten sind: Horst Austmann, Roland Beer, Sonja Bezler, Dagmar Dietrich, Christoph Fritz, Reiner Groß, Werner Högerle, Normann Huck, Beatrice Kenntner, Jürgen Kozlik, Monika Pflüger, Christine Pfrommer.

21.30 Uhr: Einige der KGR-Kandidaten haben sich im Dietrich-Bonhoeffer-Haus eingefunden, um das Ergebnis sofort zu erfahren.

23:00 Uhr: Erleichterung, Enttäuschung, Erschöpfung... Ein langer Wahltag geht zu Ende, eine sechs Jahre lange Legislaturperiode beginnt. Und unsere Live-Berichterstattung endet.