Drei Kirchen - Drei Osterkerzen - Eine Gemeinde

Auferstehungskirche - Unteraichen

Ein Bild von der Arche Noah samt Regenbogen wird uns die nächsten zwei Jahre in den Gottesdiensten begleiten.

Die Geschichte von Noah und seiner Arche begleitet uns wahrscheinlich schon von Kindesbeinen an: das große Schiff, die vielen Tiere und der Regenbogen sind Dinge, mit denen auch ein kleines Kind etwas anfängt. Die Erzählung hat aber Dimensionen, die uns ein Leben lang beschäftigen können: zu Beginn entscheidet Gott, die verdorbene Erde von aller Gewalttat zu reinigen, er zeigt eine radikale, anscheinend gnadenlose Seite. Nur Noah, fromm, untadelig, findet Gnade vor Gottes Augen. Am Ende der Flut verändert sich Gott: er scheint sein Tun zu bereuen, jedenfalls entscheidet er, nie wieder so zu handeln: „Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen.“ Die Menschen erleben wieder seine liebevolle, barmherzige und verlässliche Seite.

Ostern ist ein wunderbares Fest: Halleluja, Jesus ist auferstanden! Gleichzeitig bleibt die Trauer über Jesu Leiden und die Einsicht, dass wir Gottes Handeln nicht immer verstehen. So fiel die Wahl des Motivs für die Osterkerze auf Noah auf der Arche, wie er gerade die zurückkehrende Taube mit dem Ölzweig empfängt: es ist der Moment, als das Bangen ein Ende hat. Die Erleichterung Noahs kann verglichen werden mit der Freude der Frauen, als sie am Ostermorgen Jesus dem Auferstandenen begegnen. Deshalb, und auch als Verbindung zum Kirchenraum, ist die Figur des Noah einer der Frauen nachempfunden, die zwischen dem Kreuzigungsmotiv und der Auferstehungssonne an der Nordwand der Kirche gemalt sind.

Uns allen gesegnete Gottesdienste mit dem Osterlicht!

Friedenskirche - Oberaichen

In Oberaichen gibt es keine spezielle Tradition rund um die Osterkerze, da es seither immer individuell gehalten wurde.
Die jetzige Osterkerze wurde aber 2020 zum ersten Mal angezündet.
Neu im Amt, ohne viel Erfahrung, habe ich sie wegen ihrer Farbgebung ausgewählt.
Zudem hat die eher schlicht gestaltete Kerze keine Jahreszahl, weshalb man sie mehrere Jahre hintereinander verwenden und somit Geld sparen kann. Nebenbei wird dabei auch noch die Umwelt geschützt.

Rückblickend könnte man jedoch auch sagen, dass es vorherbestimmt war diese Kerze auszuwählen. Schließlich ist Ostern im Jahr 2020 der Pandemie zum Opfer gefallen.
Alles war anders und Corona bestimmte und bestimmt nach wie vor unser Leben. So steht diese Kerze in der Farbe der Hoffnung wie ein Fels in der Brandung da und schmückt die Friedenskirche.

Das goldene Kreuz auf der grün-gelben-Wachsplatte vermittelt sinnbildlich Ruhe und Gelassenheit. Der gelbe schmale Streifen in der Mitte ist wie ein Lichtblick und obwohl der Streifen sehr schmal ist, hat die Farbe eine starke Wirkung.

Zusammen mit dem Kreuz symbolisiert es Kraft und Hoffnung und strahlt uns an. Das Licht soll in unser Bewusstsein eindringen, schließlich bringt das Licht der Osterkerze die Botschaft des Auferstandenen, die Botschaft, dass das Leben über den Tod siegt. Somit könnte man dem Bauchgefühl, der mich zum Kauf der Kerze verleitete, doch auch eine tiefere Bedeutung zuschreiben.
Denn „ein Lichtblick“ in unserer Pandemie bedingten tristen Welt tut uns allen gut, nicht nur an Ostern.

Peter-und-Paul-Kirche - Leinfelden

Es ist eine jahrelange Tradition: Seit Ostersonntag brennt die Osterkerze der Katholischen Gemeinde Leinfelden-Echterdingen in unserer Peter-und-Paul-Kirche. Ein Zeichen der Ökumene, der Verbundenheit mit der Schwestergemeinde. In diesem Jahr gab es auf Grund der Pandemie keine gemeinsame Übergabe – dennoch zeigt das Licht Zusammenhalt, trotz räumlichen Abstands. Bis zum nächsten Osterfest ziert die Kerze unseren Altar.